Krankenversicherungs-Ratings richtig lesen und verstehen

Der Dschungel der Krankenversicherungen ist groß. Gemeinsam mit den Kunden müssen Versicherungsmakler alltäglich herausfinden, welche die richtige und passende ist – auch auf lange Sicht. Helfen können dabei Ratings. Um deren Krankenversicherungs-Ratings Bedeutung, Funktion und Methoden geht es in dem kürzlich erschienenen Buch „Krankenversicherung im Rating. Leistungsbewertungen und Management als Schlüsselfaktoren“.

Am praktischen Einsatz von Ratings im Versicherungsvertrieb scheiden sich die Geister, Makler beleuchten die verschiedenen Ratings von vielen Seiten und blicken auf Beurteilungsansätze, Voraussetzungen, Prozesse, Anforderungen und Erwartungen.
Ausgehend von der Patienten- beziehungsweise Versichertenperspektive ist für die Wahl der richtigen Versicherung ein Rating von Rankings sicherlich notwendig.
Viele Kriterien sind von Bedeutung

„Für die Bewertung einer Krankheitskosten-Vollversicherung sind viele Kriterien von Bedeutung“, schreibt Joachim Geiberger, Inhaber von Morgen & Morgen. Es komme entscheidend auf die Leistungsfähigkeit eines Tarifs an, also die Ausgestaltung des Bedingungswerks. „Darüber hinaus spielt die bilanzielle und finanzielle Situation des Versicherers eine Rolle.“

Aus Kundensicht sei darüber hinaus ausschlaggebend, wie stabil die Beiträge im Zeitverlauf sind. „Ob man richtig versichert ist, erfährt man oft erst im Schadenfall“, meint Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg. „Ein Produktrating, das eine belastbare Qualitätsaussage zu den einzelnen Tarifen bietet und die Tarife sachgerecht qualifiziert, ist daher für die Verbraucher dringend geboten.“

Es komme etwa immer wieder vor, dass bei einem Rating bemängelte Kriterien mittlerweile vom Unternehmen behoben wurden oder die Kriterien bei anderer Betrachtungsweise gar nicht negativ seien. „So können die in einem Rating als negativ bewerteten erhöhten Abschlusskosten auch auf ein überdurchschnittlich hohes und gutes, ertragreiches Neugeschäft hinweisen.“

Inflation von Gütesiegeln
Kritik an Produktratings übt ein Vorstand eines großen PKV Unternehmen. „Man kann fast von einer Inflation der Ratings und der entsprechenden Gütesiegel sprechen. Fast alle Versicherer können Gütesiegel vorweisen und werben auch damit“, so der Vorstand. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob der gewünschte Erkenntnisgewinn und die Orientierungshilfe für den Kunden wirklich erreicht werden können.
„(Reine) Produktratings konzentrieren sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis aktueller konkreter Produkte oder Tarife, wobei oft Aspekte der Beitragsentwicklung und des Service in die Bewertung der Produktqualität einbezogen werden.“

Unternehmensrankings hingegen analysierten ein Unternehmen hinsichtlich Erfolg, Sicherheit, Beitragsstabilität Wachstum oder Kundenorientierung.
„Ein Produkt, das heute ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis ausweist, kann morgen aufgrund notwendiger Beitragsanpassungen deutlich teurer oder gar für den Neuzugang geschlossen sein.“ Beispiele seien etwa die auf dem Rückzug befindlichen Einsteigertarife.
Daher plädiert er dafür, Produktratings nicht überzubewerten. Wichtiger seien für den Kunden Aussagen zum Umgang des Krankenversicherers mit seinen Prämien, zu seiner Unternehmensphilosophie und zu seiner Tarifpolitik. Hier finden Sie mehr Infos.

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